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Teeweg & Kultur

Teeweg & Kultur

Teeweg & Kultur

Der "Tee Weg" ist, anders als der "Weg der Schrift/Shodo", den man im Allgemeinen allein geht, einer der Wege, die man in Gesellschaft beschreitet. So führt er dem Sinn nach nicht nur zur Harmonie des Einzelnen mit dem "Universum", sondern legt darüber hinaus auch besonderen Wert auf die zwischenmenschliche Interaktion in Harmonie, in Bescheidenheit und gegenseitigem Respekt.

Als "Wegkunst" ist der Chado in Japan längst nicht so alt, wie der Weg, der Schrift, aber auch ihn und gerade ihn, muß man in enger Verbindung mit dem Zen-Buddhismus und damit ebenfalls mit dem "Weg des Samurai", Bushido oder Shido sehen. Während die Hochblüte des Shodo in die höfische Zeit (die Kaiserherrschaft) fällt, entwickelte sich der Tee-Weg während der ritterlichen Feudalzeit (Herrschaft der Samurai, der Kriegerkaste) und ist damit eher "nüchtern, sachlich, effektiv und karg" ausgeprägt.

Man versammelte sich gesellig zu einer Tasse grünen Tees. ABER dem lagen gewisse Prämissen zu Grunde. Im "Chashitsu", Teezimmer 4,5 "Tatami" gross, gab es keine Rangunterschiede und auch keine materielle Wertung. Der ganze Raum, die darin enthaltenen Kunstgegenstände wie Ikebana, Kakimono = Kalligraphie/Gemälde, die verwendeten Gegenstände...bis hin zu den gereichten Speisen und der verwendeten Teesorte sind auf die jeweils in der Natur vorherrschenden aktuellen Gegebenheiten, Jahreszeit... abgestimmt und weisen somit wieder darauf hin, dass der Mensch nur Teil des Ganzen ist, Teil der ihn umgebenden Natur, die er ehren, und der er seinen Respekt erweisen soll.

Im "Chashitsu" sind also somit alle gleich, es gibt keine Unterschiede, weder untereinander noch zwischen Gastgeber und Gästen und man soll sich als eingebunden in das "Große Ganze" sehen und empfinden. Sen no Rikyu (1521 - 1591) der eigentliche Begründer des "Tee-Weges" fasste den Inhalt der Teezeremonie in die vier Grundprinzipien:

WA = Frieden und Harmonie
KEI = (Hoch) achtung und Ehrfurcht/ Ehrerbietung
SEI = Reinheit und JAKU = Stille und Gelassenheit

Meister Rikyu als Begründer des sog. Urasenkei (= Rückseite des Hauses "Sen") Chado, ist sozusagen der Ahnherr, des mittlerweile 16. Großmeisters - Sen Soshi in 400 jähriger ununterbrochener Reihenfolge.

In Japan gilt man mit 50 noch als jung (wakai).
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt
für Frauen bei 84, für Männern bei 78,8 Jahren.

Gefeiert wird erst der 77ste Geburtstag. Und es gibt Viele um die 100 Jahre. Gesund, munter, aufgeschlossen und springlebendig. Der Glaube an sich selbst, der Mut zum Risiko, Neugier, Offenheit und Lernbereitschaft,gesunde Ernährung und ein angemessenes Maß an Bewegung bis ins hohe Alter erhalten "wakai".

Was uns die Japaner voraus haben, ist aber ihr Eingebettet-Sein in alte Traditionen, vor allem in die Tradition der Familie im weitesten Sinne, oder, wie ein Buchtitel geheißen hat:
"Freiheit in Geborgenheit ". Ihre Verbundenheit mit der Natur und die traditionelle, überaus gesunde Küche mit Soya und Reis und allen ihren Produkten, wie Tofu, Miso, mit viel Fisch und fast rohem Gemüse. Alles mit viel Liebe zubereitet. 
Selbst der japanische Schnellimbiß, das „o-bento", ist schon eine Augenweide. Zumindest in unserer Generation noch, so scheint es, pflegt fast jeder neben den Alltagspflichten einen der traditionellen Wege wie Blumenstecken (Ikebana), Papierfalten (Origami) , Bogenschießen (KyuDo).

Und sie alle bemühen sich um ein gedeihliches Zusammenleben auf ihren Inseln, aber nicht nur da. Man möchte beitragen, auch international zu einer "besseren Welt",
für eine friedliche Zukunft. Die Meister sind bereit, ihr Wissen weiter zu geben, ihr Wissen und ihre Weisheit in die Waagschale zu werfen.

Es bedarf nur der Lernwilligen.


Der Buddhismus sagt, dass Leben Leid sei.
Das Leid entstehe aus der Ich-Bezogenheit des Menschen.
Die Überwindung des Leides sei also nur möglich durch
die Überwindung des ICH.
Zur Überwindung des ICH aber, muß man dessen erst einmal habhaft werden, was wieder heißt, man muß sich erst selber kennen lernen.
Diese Begegnung aber scheut besonders der " Westler " über alle Maßen.
Die " Wege" sind eine Hilfe dazu. Einer der Wege ist ChaDo oder auch ShoDo. 
Wie eine bekannte japanische Weisheit sagt, beginnt jeder Weg, auch der längste , mit
dem ersten Schritt. 
Wir sind Willens und bereit dazu .
Ganbarimasho! (Fangen wir an!)