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Gyokuro Info

Gyokuro Info

Gyokuro Info

Die Charakteristik eines Gyokuro unterscheidet sich grundsätzlich von Sencha, Bancha oder Matcha. Bei einem Gyokuro handelt es sich um eine ganz andere Sorte von japanischen Grüntee.

 

 

Eigenschaften eines Gyokuro !

 

Ein erstes sehr auffälliges Hauptmerkmal sind seine tief grünen Blätter. Sein einzigartiger weicher, süßer und vollmundiger Geschmack von frischem Heu, Seetang und Umami, wie es Kenner beschreiben, unterscheidet ihn deutlich von anderen aus Japan stammenden grüner Tees. Das Geheimnis des Gyokuro liegt in seinem speziellen Anbau. Der Teefarmer beginnt ca. 30 Tage vor der Ernte die Pflanzen zu beschatten. Je näher die Ernte des Gyokuro rückt, je mehr Sonnenlicht wird entzogen. Beginnend mit etwa 70% wird der Grad der Beschattung auf fast 100% angehoben. Durch den Entzug des Sonnenlichtes erfährt der Tee eine Kette von physiologischen Veränderungen. Auch die chemische Zusammensetzung der Teeblätter verändert sich. Diese „Manipulation“schafft die typischen Aromastoffe und den hohen Anteil gesundheitsförderlichen Mineralien im Gyokuro. Lange Tradition für den Anbau und die Herstellung eines edlen Gyokuro findet man in Uji und Shizuoka. Shizuoka Gyokuro gilt als geschmacklich kräftigster und intensivster Vertreter seiner Zunft. Auch Uji blickt auf eine lange und traditionelle Gyokuro Kultur zurück. Auf Auktionen in Japan kann ein Gramm Uji Gyokuro die 20 € Marke überschreiten. Eine große und bis heute bestehende Rivalität zwischen Teemeistern und Teefarmern aus Shizuoka und Uji ist in Japan allgegenwärtig. Besonders hochwertige Gyokuros werden als „Hon Gyokuro“ bezeichnet. Wobei „Hon“ mit echt oder authentisch aus dem japanischen übersetzt werden kann. Bei der „Hon“ Methode wird der Tee durch traditionelle Strohmatten beschattet. Da diese aufwendige Methode quasi kaum noch praktiziert wird, sind diese Gyokuros entsprechend preislich sehr hoch angesiedelt.

 

Gyokuro ein ganz besonderer Juwel

 

Die Beschattung der Teepflanzen kann allgemein auf 3 Arten erfolgen. 1.Teepflanzen werden direkt mit Laken bedeckt. 2. Es wird um das Teefeld ein Rahmen gebaut und auf diesem schwarze Netze oder Tücher aufgebracht. Dies ist auch die häufigste Art den Gyokuro zu beschatten. Ein Nachteil dieser Beschattung ist, dass sich unter den schwarzen Netzen mehr wärme sammelt und die Pflanze schneller wächst und dem entsprechend früher geerntet wird. 3. Ein Rahmen wird knapp über der Pflanze um das Teefeld gebaut. Auf diesem Rahmen wird Stroh oder Strohmatten aufgebracht. Die Temperatur im Innern des Teefeldes ist deutlich niedriger gegenüber der Beschattung mit schwarzen Netzen, damit wird dieser Hon-Gyokuro auch später als normaler Gyokuro geerntet.

Durch diese Art des Anbaus produziert die Pflanze einen hohen Anteil an Aminosäuren wie z.B. Theanin, welches in der Wurzle des Teestrauches hergestellt und in den Stamm und Blätter abgegeben wird. Theanin ist der Stoff, der auch zum einzigartigen Umami- Geschmack des Tees führt. Grüner Tee, mit erhöhtem Anteil an Theanin ergibt also den besonderen Umami-Geschmack, während Teeblätter mit erhöhtem Anteil an Polyphenolen zu einer Bitterkeit neigen. Wird das Teeblatt nicht beschattet und ist voller Sonneneinstrahlung ausgesetzt, baut der teestrauch Theanin ab und wandelt dieses in Catechine um. Das typische Aroma, welches von Experten meist Algen zugeordnet ist entsteht durch eine Substanz Namens Dimethylsulfit, diese entsteht durch eine Vorstufe des Methyl Methionine Sulfit, welches durch Entzug des Sonnenlichts produziert und in den Teeblätter gesammelt wird.

Ein großer Teil des Gyokuro wird überwiegend aus dem Teestrauch Yabukita produziert. Die Ernte findet von Ende April bis Mitte Mai statt. Das Gros der Ernte wird mit Erntemaschinen, sehr hochwertige Gyokuros oder Hon Gyokuro werden von Hand geerntet. Bei der Ernte wird darauf geachtet das die Knospe und 3 Blätter darunter gepflückt wird. Dem 3.Blatt kommt eine bedeutende Rolle zu, da es sich deutlich länger am Strauch befindet als die 2 frischesten über ihm. Daher ist es auch reicher an Mineralien und Polyphenolen. Dies ist entscheidend für einen kräftigen Geschmack und festen Körper.

Die Verarbeitung des Gyokuro gleicht der des Sencha, doch erfordert es Aufgrund erhöhter Feuchtigkeit, mehr Fingerspitzengefühl während des Verarbeitungsprozesses. Nur sehr wenige Teegärten unterhalten den vollständigen Produktionsapparat. Viele Teefarmer verkaufen ihren Rohtee entweder nach der Ernte sofort oder lassen ihn in dafür vorgesehenen Fabriken verarbeiten. Der Verarbeitungsprozess besteht grundsätzlich aus Dampfen, Kühlen, Vor-Rollen, Rollen, Walzen, Trocknen und Reifen.

 

Die Zubereitung des Gyokuro

 

Natürlich darf bei der Zubereitung des Gyokuros gestritten werden. Allerdings existieren inzwischen mehrere europäisierte Arten und dutzende japanische. Je nach Vorliebe, Region, Jahreszeit und Art des Gyokuros. Hier zu sei kurz ein kleines Beispiel bemerkt: Der in Deutschland als besonders geltende Buddha-Tee ist in Japan lediglich ein Opfertee und wird in Schreine etc. gestellt, etwa vergleichbar mit dem christlichen Messwein. Kein Weinkenner würde bei seinem Händler Messwein verlangen. Der Hype des Buddha-Tees kommt also nicht von Japan, sondern beginnt in unseren Lagen. Kein mir bekannter Japaner trinkt wirklich diese Anis-Brühe. Dies soll nur veranschaulichen was von Zubereitungshinweisen für den europäischen Geschmack, aus unserer Sicht zu halten ist. 4 Gramm pro 60 ml bei 50°C für 2 min. ist aus unserer Sicht ein Allheilmittel für jeden Gyokuro Trinker. Wählen Sie für die Zubereitung weiches Wasser, eine Kyusu mit kleinem Volumen und Keramiksieb.

Verbrauchen Sie Ihren Gyokuro zügig und lagern Sie diesen nicht im Kühlschrank. Aus gesundheitlicher Sicht kann grüner Tee Jahre gelagert werden und verdirbt nicht, allerdings geht seine frische im Laufe der Zeit verloren.

 

Shizuoka Gyokuro

 

Bei einem Gespräch über Gyokuro, assoziieren unsere Gesprächspartner meist zwei sehr berühmte Teeanbaugebiete in Japan: Shizuoka und Uji. Gyokuro aus diesen beiden Orten ist berühmt schon allein wegen der japanischen Kultur und zum anderen wegen des einmaligen Umami und des lang anhaltenden Nachgeschmack. Shizuoka ist ein historisch berühmtes Teeanbaugebiet, welches die Hersteller, wegen der idealen Wachstumsbedingungen qualitativ sehr hochwertige Gyokuro erzeugen lässt. Üblicherweise dauert die Winterzeit einige Wochen länger als andern Orts in Japan. Aus diesem Grund kommt auch der Frühling einige Zeit später und gestattet den Pflanzen zusätzliche Ruhezeit. In dieser Zeit ist es den Pflanzen möglich mehr Mineralien anzureichern und dies führt wiederum zu einem reicheren Geschmack mit vollen Aromen.

Auch die Gyokuro-Ernte in Shizuoka unterscheidet sich etwas vom gewöhnlichen Standard anderer Regionen. In den Anbaugebieten in und um Shizuoka werden die Blätter des Gyokuro etwas später geerntet, so dass sich das im Tee vorkommende Polyphenol erhöhen kann. Blätter, die in frühem Stadium geerntet werden, enthalten weniger organische Substanzen und die Intensität ist reduziert. Die vielfältigen Aromen und der tiefe lang anhaltende Nachgeschmack eines Shizuoka Gyokuro ist unvergesslich und unvergleichlich, wenn Sie diesen genießen.

Nicht nur in Japan ist Shizuoka Gyokuro sehr berühmt, auch über die Landesgrenzen hinaus wird der Tee aus Shizuoka geschätzt und findet höchste Anerkennung. Die Produktion kann grundsätzlich in zwei arten unterschieden werden. Erstens in die Produktion entlang der südlichen Alpen in einem höheren Niveau der Höhenlagen. Dort liegt ein Großteil der Teegärten am steilen Hang des Berges. Diese Gärten sind von geringer Größe und werden von kleinen Familienbetrieben gehalten und verwaltet. Zweitens, der Tee wird auf Hügeln oder Hängen, welche sich in relativ geringen Höhen verglichen mit den Berggebieten, befinden. Die hier produzierten Gyokuro werden auf größerer Fläche und Menge hergestellt. Das sehr hohe Qualitätsniveau dieser Tees, trotz hoher Produktionsmenge ist gleichfalls ein signifikantes Alleinstellungsmerkmal eines Shizuoka Gyokuro. Trotz der hohen Qualität des Shizuoka Gyokuro, ist der Preis für diesen Tee vergleichsweise gering.