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Japan

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Japan

Japan eine Liebe

Für viele ist Japan immer noch das fremde und geheimnisvolle Sehnsuchtsziel am anderen Ende der Welt. Der Inselstaat ist mit seiner alten Kultur, seiner faszinierenden Landschaft und Natur und spannender Geschichte, die ihre eindrucksvollen Spuren in Form von vielen einmaligen Baudenkmälern hinterlassen hatte, ein reizvoller Ort. Japans Geschichte reicht weit in die Jahrtausende zurück und nimmt die, die sich damit beschäftigen, mit in fremde Welten. Uralte Funde von Gegenständen, die 15.000 Jahre vor unserer Zeit gefertigt wurden, erhellen das Leben der ersten Jäger und Sammler, die von den eisigen Steppen des heutigen Russlands die Inselgruppe erreichten und dort lebten. Mehr als zweitausend Jahre später kamen die nächsten Siedler auf den Inseln an und brachten die wertvolle Kulturtechnik des Reisanbaus mit. Diese aus dem heutigen Korea stammenden Menschen ließen den Kontakt zu ihrer Heimat nie ganz abreißen und sie sind die direkten Vorfahren der heutigen Bewohner des Archipels. Aus dieser uralten Bevölkerungsgruppe stammt dem Mythos nach auch der japanische Kaiser, der als der Sohn der Himmelsgöttin gilt, und viele, wunderschöne Tempelanlagen aus der Frühzeit zieren auch heute noch die liebliche Landschaft Japans und erinnern an diese Epoche.

 

Langsam entwickelte sich der Kontakt zum mächtigen Nachbarn China. Das Verhältnis mit der mächtigen Monarchie auf dem Festland war nie ganz einfach, aber in der Frühphase des Kulturkontakts geprägt von einer lebhaften Neugier der Japaner an wissenschaftlichen, technischen und kulturellen Neuerungen auf dem Kontinent. So wurden chinesische, städtebauliche Eigenarten genauso in Japan eingeführt wie die Religion des Buddhismus, deren Anhänger unter anderem die Kaiserfamilie wurde. Auch die japanischen Schriftzeichen der Kanji, die ein komplexes System aus Logogrammen darstellen, sind abgewandelt von den chinesischen Zeichen und belegen den engen kulturellen Austausch der beiden Hochkulturen. Aus dieser Zeit stammt auch die uralte Kunst des Origami: Einige Figuren aus gefaltetem Papier sind schon viele hundert Jahre alte und galten früher als Beschäftigung der reichen Oberschicht, wurden aber von Generation zu Generation als greifbarer Segenswunsch weitergegeben. 

 

Bereits in der Frühzeit der japanischen Kulturentwicklung, ca. im Jahr 11.000 v. Chr. in der sogenannten Jomon-Zeit, die etwa bis zur Jahrtausendwende anhält, gibt es unzählige Beispiele frühgeschichtlicher Tonkunst. Im Nationalmuseum der Hauptstadt Tokio lassen sich filigrane Keramikmeisterwerke aus dieser Zeit zeigen, die sich in ihrem kunstvollen Stil stark vom europäischen Handwerk dieser Epoche unterscheiden. Die anschließenden Zeitalter der Yayoi- und Kofun-Kultur, die in etwa mit unserer westlichen Antike zusammenfallen, entwickelte diese Stilformen weiter. Zunehmend wurde auch mit anderen Materialien wie Stein, Leder und Metall gearbeitet.

 

Wie auch in der abendländischen Kultur entwickelte sich die Kunst im Mittelalter allmählich von der Handwerks- und Skulptur in Richtung der Malerei weiter. In dieser Zeit entstanden beeindruckende Bildwerke, die sich vornehmlich mit Landschaftsdarstellungen und Kriegsereignissen beschäftigten. Auch die buddhistische Religion übte einen zunehmenden Einfluss auf die Kunst dieser Ära aus. Außerdem entwickelte sich eine für die japanische Kultur bis heute besonders wichtige Gattung der bildenden Kunst: Die sogenannte Fuji-Malerei, bei der die Darstellung des Vulkan Fuji im Mittelpunkt steht, der von der japanischen Bevölkerung seit Urzeiten nahezu gottgleich verehrt wird.


In der frühen Neuzeit kam die japanische Kunst zu ihrer vollen Blüte, es entwickelte sich eine Vielzahl von Stilmitteln und Elementen, die für die Ästhetik des Lands der aufgehenden Sonne bis heute prägend sind und aus der westlichen Wahrnehmung der fernöstlichen Kunst nicht wegzudenken ist. Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang die Kunstform des Ukiyo-e, eine besonders pittoreske Form des Holzschnitts, die sich über viele Jahrhunderte hielt. Künstler wie Hishikawa Moronobu oder Kitagawa Utamaro haben diese Epoche geprägt wie kaum eine andere in der japanischen Kulturhistorie.

 

Aber auch innerhalb der Herrschaftsform standen die Zeichen nicht nur auf Tradition, sondern auch auf Veränderung und aus der reinen Monarchie wurde ab dem 10. Jahrhundert eine Monarchie, die unterstützt und geleitet wurde von einem Rat aus militärischen Führern, die sich Shogune nannten. Auch die legendären Samurai, die Stoff für Hollywood-Filme lieferten, gelangten in dieser Zeit zu Ansehen und Macht und galten als Sinnbild für Kriegerkultur und Kampfkunst. Friedlich lief diese Aufspaltung der Macht nicht immer ab und Japan trat in die Neuzeit durch eine blutige Reihe von Bürgerkriegen ein, die das Land zwischen der kaiserlichen Familie und den Shogunen spaltete. Erst im 16. Jahrhundert konnten diese Konflikte beigelegt werden. Die Europäer, die ebenfalls in diesem Jahrhundert zum ersten Mal japanischen Boden betraten, brachten das Christentum mit, aber eine harmonische Koexistenz der Religionen und Kulturen sollte nicht möglich sein. Die Christen wurden entweder des Landes verwiesen oder umgebracht und Japan erlegte sich Isolation auf, um sich dem gewaltsamen Einfluss der Europäer zu entziehen, die in Asien bald Machtzentren wie Hong Kong und Macao errichteten. Fast 250 Jahre verbrachte der Inselstaat in seiner selbstgewählten Isolation jenseits der Ströme des Welthandels und erst im 19. Jahrhundert wurde Japan, dieses inzwischen den Europäern fremd und geheimnisvoll erscheinende Land, gewaltsam für Warenströme aus dem Westen und Osten geöffnet. Damit ging eine Epoche des von der Landwirtschaft geprägten Lebens auf dem Archipel zu Ende und Japan entwickelte sich zu einem Industriestaat. Der Kaiser, inzwischen der 125. aus der uralten Dynastie, hat keine reale Macht mehr, aber seiner Person kommt eine hohe, symbolische Bedeutung zu, denn er gilt als Sinnbild für die Einheit des Volkes.

 

Das Land der aufgehenden Sonne lädt zur Teezeremonie

 

Trotz aller Veränderungen, die der Inselstaat während seiner über 15.000 Jahre währenden Geschichte erlebt hat, haben sich einige Traditionen erhalten, die auch jenseits der Popkultur die Besucher Japans faszinieren. So sind die japanischen Geishas immer noch umgeben von einer fast mythischen Aura, die vielfältige, japanische Kampfkunstarten erfreuen sich auf der ganzen Welt großer Beliebtheit und japanische Gärten, die auf fast allen Kontinenten zu finden sind, gelten für viele Besucher als ein Ort der Ruhe, Erholung und Besinnung. Ähnliche Merkmale weist die japanische Teezeremonie auf. Ihre lange Tradition und die mythischen Grundlagen weisen auf eine hohe Wertschätzung hin. Grüner Tee ist das typische, japanische Getränk, das Besuchern und Gästen selbstverständlich gereicht wird und auch in Restaurants gehört grüner Tee zu den Standardgetränken, die die Speisenden meist kostenlos erhalten. Die Grünteesorten unterscheiden sich durch den Standort der Teepflanze (Schatten, Halbschatten, Sonne), die Verwendung der unterschiedlichen Pflanzenteilen (junge Triebe, Stängel, größere Blätter), weitere Verarbeitung (Pulver oder gröbere Tees), Pflückung etc. Der grüne Tee birgt in seiner Verarbeitung und Zubereitung viele Geheimnisse und entführt mit seinem typischen Duft und seiner positiven Wirkung auf die Gesundheit in eine jahrhundertealte, japanische Tradition, die die Faszination eines Landes perfekt in einer Tasse dampfender Flüssigkeit zusammenfasst.