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Teeveredelung durch Matcha

Teeveredelung durch Matcha

Teeveredelung durch Matcha

Matcha Tee liegt derzeit voll im Trend. Der intensiv grüne Tee kommt aus Japan. Er weckt am Morgen die Lebensgeister und gilt als Superfood mit einem top Orac Wert (Oxygen Radical Absobance Capacity/ die Kapazität freie Sauerstoffradikal zu absorbieren) von 157.300 pro 100 Gramm Teepulver. Dunkle Schokolade hat beispielsweise einen ORAC-Wert von 22.700 und der ORAC-Wert eines Granatapfels entspricht 10.000. TE auf 100 Gramm. Diese Lebensmittel verlangsamen die Hautalterung und Matcha Tee steht nach wissenschaftlichen Erkenntnissen dabei an der Spitze.

Was ist Matcha Tee?
Die Teepflanze kommt ursprünglich aus China, wo sie seit Jahrtausenden als Heilpflanze genutzt wird. Erst im 12. Jahrhundert gelangte das Teepulver und das damit verbundene Wissen nach Japan. Bereits im 16. Jahrhundert wurde es für die Tee-Zeremonie genutzt.

Wie wird der Tee hergestellt?
Der Teestrauch ist immergrün. Die Teeplantagen mit Matcha-Pflanzen werden mit Netzen beschattet. Dadurch reichern sich die Blätter mit bestimmten Inhaltsstoffen an, die den Tee so wertvoll machen. Für die Gewinnung des Teepulvers werden entweder nur die Blattspitzen oder die ganzen Blätter verwendet. Sie werden mit Wasserdampf behandelt und danach schonend getrocknet. Einige Blätter werden zu Pulver vermahlen, andere wiederum im Ganzen getrocknet. Je leuchtender die grüne Farbe ist, umso frischer ist der Tee, denn bei langer Lagerzeit bleicht die grüne Farbe aus.

Die Inhaltsstoffe
Eine Tasse Matcha Tee enthält 30 mg Teein. Der mit Koffein vergleichbare Stoff macht wach, fördert die Konzentration und sorgt für eine positive Stimmung. Das Teein ist milder als Koffein und wird erst im Darm freigesetzt. Theanin ist in vielen Schattentees und auch in Macha Tee zu finden. Es macht munter und regt an. Experten vermuten in Theanin eine Vorsorgemöglichkeit vor Krankheiten wie Schlaganfällen, Parkinson und Alzheimer. Tannin wirkt desinfizierend und beruhigt einen gereizten Magen. Eine Tasse Matcha Tee enthält zudem 4,2 mg Calcium, Eisen Kalium und die Vitamine B1, B2, C und Karotin.

Die gesundheitsfördernde Wirkung
Matcha Tee enthält viele Catechine. Fast die Hälfte der Blätter besteht daraus. Catechine sind Antioxidantien. Sie hemmen die Hautalterung, schützen vor den schädlichen Wirkungen von UV-Stahlen und mindern die Bildung von Gefäß-Plaques, die Arteriosklerose verursachen können. Zu den Catechinen zählt das Epigallocatechin. Es wird zur Prävention bei Krebserkrankungen genutzt. Je länger der grüne Tee getrunken wird, umso ausgeprägter entfalten sich die Inhaltsstoffe.

Wie schmeckt der Tee?
Der Geschmack ist nicht so intensiv wie bei Grünem Tee, aber dennoch herb. Er variiert von fruchtig bis nussig und ist sehr aromatisch.

Zubereitung
Das Matcha Pulver ist in Blechdosen oder Schraubgläsern erhältlich. Für die traditionelle Zubereitungsart sind eine Schale, eine Bambuslöffel und ein Bambusbesen notwendig. Zwei Löffelchen Matcha Pulver werden mit etwas kaltem Wasser und dem Bambusbesen zu einer dünnflüssigen cremigen Paste verrührt. Nun kommen 70 ml rund 80 Grad heißes Wasser dazu. Das Getränk wird mit dem Bambusbesen schaumig geschlagen. Fertig ist der traditionelle Tee. Wenn Sie nicht mit einem Bambus Equipment ausgestattet sind, dann tut es ein Kaffeelöffel (hier eine gehäufte Spitze Pulver verwenden) und ein Schneebesen oder ein Milchaufschäumer. Die dünnflüssige Matchapaste lässt sich mit Kuhmilch oder Sojamilch aufgießen und ist in Verbindung mit Zimt und Eiswürfeln ein leckerer Shake.

Selbstverständlich ist der Matcha Tee nicht die einzige Teesorte, die als qualitativ hochwertig und von besonderem Aroma bezeichnet werden kann. Trotzdem gilt Matcha Tee heute sozusagen als eine Art Edel-Tee, dessen Genuss allerdings ein recht teures Vergnügen ist. Angesichts dieser Tatsachen ist es verständlich, dass findige Teehersteller dazu übergegangen sind, nicht nur reinen Matcha Tee anzubieten, sondern diesen auch zum Aufwerten von diversen Blättertees zu verwenden.

Das bedeutet also:
Es handelt sich hierbei um traditionelle Teesorten, die nicht zermahlen sind und nach der ursprünglichen Methode (durch Übergießen mit heißem Wasser) zubereitet werden. Um diese Tees in ihrem Geschmack noch feiner zu machen, wird ihnen Matcha Teepulver hinzugefügt. 
Die Veredelung von Blatttees durch die Zugabe von Matcha Tee ist nicht etwa eine Erfindung unserer Zeit, mit der der Hersteller etwas von Glanz und Gloria des Matcha Tees auf andere Teesorten übertragen möchte.

Im Gegenteil:
Schon früh verwendete man Matcha Teepulver, um Blättertees damit zu veredeln. Traditionell wird hierfür die klassische Matcha Teesorte Tencha verwendet, aber auch die Sorten Kukicha und Genmaicha kommen in diesem Zusammenhang häufig zum Einsatz.

Das Endprodukt, welches aus dieser Zubereitungsart entsteht, wird in Japan zum Beispiel Matcha-iri Sencha genannt. Es handelt sich hierbei um Sencha-Teeblätter, denen eine geringe Menge an Matcha Teepulver beigefügt wird, womit ein intensiveres Aroma entstehen soll. In der Tasse zeichnet sich diese Teesorte dann durch eine intensivere Farbe und ein feineres Aroma aus, verglichen mit der Zubereitung von Sencha Tee in Blätterform.

Darüber hinaus erfand man im Laufe der Jahrhunderte noch viele weitere Mischsorten aus Blätter- oder Stängeltees, denen Matcha zugegeben wird. So zum Beispiel beim Matcha-iri Kukicha. Hierbei wird der traditionelle japanische Stängeltee namens Kukicha mit etwas Matcha Teepulver vermengt, woraus ein Tee von dunkelgrüner Farbe und intensivem, süßlichen Geschmack entsteht. Sogar aus geröstetem Reis wird mittlerweile Tee hergestellt, der mit Matcha Pulver ergänzt und somit in seinem Geschmack verfeinert wird. Man spricht hierbei vom Matcha-iri Genmaicha, der eine Mischung aus besagtem Reis, Sencha Teeblättern und etwas Matcha Teepulver darstellt.

Auch in der westlichen Industrie verwendet man heute oftmals Matcha Tee, um andere Teesorten damit zu verfeinern. Nicht immer kommt dabei ein fertiges Getränk heraus, das in seinem Aroma und Geschmack wirklich stimmig ist, teilweise verwenden die Hersteller die Matcha Zugabe auch nur, um einem günstigen Endprodukt etwas mehr Exklusivität zu verleihen und dieses zu einem höheren Preis verkaufen zu können.

Echte Liebhaber von Matcha Tee werden die mit Matcha veredelten Blatttees jedoch nicht bevorzugen, sondern weiterhin auf die traditionelle Verwendung setzen. Schließlich hat man es bereits vor Hunderten von Jahren so gemacht, und daran wird sich wohl auch in naher Zukunft kaum etwas ändern. Für viele europäische Teetrinker ist jedoch die Mischung aus Blatt- und Matcha Tee eine gute Alternative, wenn sie sich nicht zu weit vom üblichen Teegenuss und der entsprechenden Zubereitung entfernen wollen.