Keramik – Tokoname – Banko – Hagi

Keramik – Tokoname – Banko – Hagi

Keramik ist ein natürlicher Werkstoff, der heute wieder entdeckt wurde und geradezu eine Renaissance erfährt.

Die Wiedergeburt dieses Stoffes hängt wohl mit dem Bewusstsein der Menschen zusammen, dass sie wieder auf natürliche Kunst und Kultur zurückgreifen wollen. Weg geht der Trend von Kunststoff und anderen schädlichen Dingen die Menschen und Umwelt belasten.

Das ist mit Gebrauchsgegenständen aus Keramik mit Sicherheit gegeben. Schon vor über 30.000 wurde mit diesem Material gearbeitet und sowohl Gegenstände für den Alltag geschaffen, wie auch Gegenstände die in die Kategorie Luxus gehörten. Amphoren und Krüge aus Keramik hielten frisch und kühl, was haltbar gemacht werden sollte.

Heute geht es wieder dort hin, Wein, Tee oder Wasser wird in Tongefäßen serviert, das sieht nicht nur heimelig aus, sondern hat auch den praktischen Nutzen, dass die Getränke angenehm temperiert sind. Auch bei der Blumenpflege und Dekoration macht man sich die positiven Eigenschaften der Keramik zunutze.

Wohl kaum ein Material, welches so vielfältig in der Gestaltung ist wie Keramik gibt es heute auf dem Markt und dabei ist es voll recycel-fähig und natürlichen Ursprungs.

Die Keramik hat also heute dem Plastik und Glas definitiv den Rang abgelaufen.

Kannen aus Keramik sind in naturbelassener Optik erhältlich, dabei mit und ohne Glasur.

Aber auch in vielen Farben gefärbt zu bekommen, dabei auch wieder entweder hochglänzend oder in schönem sanften seidenmatt.

Auch bei den Glasuren wird darauf Wert gelegt, dass diese frei von schädlichen Chemikalien und somit lebensmittelecht sind.

 

Ganz gleich, was man für seinen Aufguss nutzen möchte, die schlichte und einfache kleine Kanne für den Lieblingstee oder eine Hagi-Kanne, die zum Eyecatcher wird.

Keramik Kyusu Tokoname

Tokoname Kyusu KeramikJapans Teekeramik besitzt eine sehr lange Geschichte.

Diese gründet auf dem besonderen Tonvorkommen des Landes sowie den sogenannten Keramikfeldzügen, dem Einfluss koreanischer Meister sowie der tief verwurzelten Philosophie der dortigen Teezeremonie.

Bis heute spielen vor allem die beliebten Matchaschalen sowie Kyusu einen große Rolle in der Teekeramik. Die diversen Produkte, wie sie auch in Tonkoname hergestellt werden, stehen für eine sehr hohe Qualität und Eleganz.

Die Ursprünge der Teekeramik in Japan reichen weit in die Vergangenheit zurück. Die diversen Produkte werden vor allem in den sechs alten Brennöfen in Tanba, Seto, Bizen, Shigaraki, Echizen und Tokoname hergestellt.

Dabei gehört Tokoname zu den ältesten und zugleich größten Herstellern der unvergleichlichen Teekeramik. So praktizieren dort beispielsweise noch einige Meister diese beeindruckende Handwerkskunst auf allerhöchstem Niveau.

Die Stadt selbst ist seit vielen Jahren von der Teekeramik geprägt. Bis heute ist Tokoname berühmt für seine qualitativ hohen Keramiken. So ist es kaum verwunderlich, dass auch heute noch nahezu überall in der Stadt die herrlichsten Keramikprodukte gekauft werden können.

Zusätzlich zur Herstellung der Keramiken wird in Tonkoname aber auch der Teezubereitung und -zeremonie einen hohen Wert beigemessen.

So wird japanischer grüner Tee beispielsweise in den typischen Tonkannen zubereitet. Die Tonkannen geben den Tee einen weicheren und süßeren Geschmack. Doch auch aufgrund ihres traditionellen Designs sowie der exzellenten Verarbeitung sind die Kannen, Teeschalen und weitere Produkte bei Anhängern des Grüntees sehr beliebt.

 

Beim Kauf einer Teekanne sollte jedoch auch auf deren Größe geachtet werden. Die Wahl der Kanne ist jeweils abhängig von der gewünschten Teesorte. So nutzen Kenner beispielsweise für den Houjicha eine größere Kanne, während der Gyokuro in kleinen Teekannen gekocht und ebenfalls aus kleinen Teetassen getrunken wird.

Teekannen aus Tokoname zählen innerhalb von Japan zu den besten ihrer Art und werden auf weltweiter Ebene hochgeschätzt.

Vor Ort werden die lange Tradition und die Handwerksstile der Vergangenheit weitergeführt.

Hier stehen die diversen Glasur- und Brenntechniken sowie die jeweiligen Tonmischungen im Vordergrund.

Zugleich gibt es jedoch auch einige wenige idealistische Künstler, zu denen unter anderem Gafuu Itoh gehört, die zusätzlich einen sehr hohen Wert auf die Produktion eines komplett naturreinen Tons legen, der keine Zusätze beinhaltet.

Keramik Kyusu Banko

Kyusu Banko KeramikIn Japan ist es traditionsgemäß üblich, Keramiken nach ihrem Herkunftsort zu bezeichnen, das gilt auch und vor allem beim Teegeschirr.

Kennern sind in diesem Zusammenhang Namen wie Echizen, Shigaraki, Bizen und nicht zuletzt Banko, bekannt. Die Geschichte der Banko-Keramik geht in das 18. Jahrhundert zurück, als der Töpfer Nunami Rozan aus Ise, seine Töpferwaren mit einem Stempel kennzeichnete.

Dieser Stempel trug den Namenszug Banko und zierte die außergewöhnlichen Produkte die der Töpfer herstellte. Inspiriert von Teemeistern und Künstlern, entwarf Nunami Rozan einzigartige Dekore für seine Porzellan-ähnlichen Waren.

Mit dem Tod des Töpfers 1777 verschwand seine besondere Gattung des Teegeschirrs zunächst und schien fast in Vergessenheit zu geraten.

Mori Yusetsu, ein bekannter Keramik-Hersteller seiner Zeit, verhinderte 1831 durch den Kauf des Siegels von Nunami Rozans Sohn, dass dessen traditionelle Arbeiten in Vergessenheit gerieten.

Auch heute gibt es in Banko über 100 Töpferbetriebe, und viele der traditionellen Kunsthandwerker arbeiten bis heute in Anlehnung der Banko-Traditionen früherer Meister.

Die Banko-Kyusu traditionell bis zum heutigen Tage

Hohe Popularität erlangte der Grüntee in Japan während der Edo-Zeit (ab 1610) und die Kannen und Gefäße zur Zubereitung dieses einzigartigen Genussmittels wurden damals zumeist aus China bezogen.

 

Japanische Töpfer spezialisierten sich dann aber zeitnah auf die Produktion eigener Produkte, unter anderem auf die speziellen Kyusu, die aus eisenhaltigen Ton hergestellt wird, besonders hitzebeständig ist und als äußeres Merkmal den typischen Seitengriff aufweist.

Keramik Kyusu Hagi

Hagi Kyusu KeramikAuf der japanischen Hauptinsel Honshu, in der Provinz Yamaguchi liegt auf einer Insel an der Meeresküste die uralte Stadt Hagi. Heute ist sie eine Kleinstadt mit knapp 50.000 Bewohnern aber einst war Hagi eine sehr bedeutende Stadt und der Hauptsitz des Mori Clans.

Davon künden auch heute noch die Reste einer großen Burganlage, die Hagi Joseki.

Viele Samurai lebten in der Stadt, es gab ein großes Samurai Viertel in der Unterstadt der Burg und eine bedeutende Tempelstadt. Der größte Teil der Innenstadt von Hagi stammt noch aus dem 17.Jahrhundert. Besonders die Viertel Jōkamachi und Horiuchi entlang des Aiba Kanals sehen immer noch weitgehend so aus, wie in der Feudalzeit. Das macht Hagi über die Grenzen Japans hinweg bekannt.

Viele Touristen kommen auch zu dem in der Nähe der Stadt auf einem Berg liegenden Toko ji, dem Tempel des Östlichen Lichts. Er ist gleichzeitig eine Begräbnisstätte der Mori. Ganz in der Nähe liegt das Grab von Yoshida Shoin, eines berühmten Samurais, Lehrers und Revolutionärs, der 1859 hingerichtet wurde.

Aber nicht nur wegen ihrer Geschichte ist die Stadt Hagi bekannt, sondern auch als bedeutende Töpferstadt.

Hagi Keramik beliebt weit über Japan hinaus

Die Keramiken von Hagi und Umgebung sind über Japan hinaus bekannt und werden häufig bei der typisch japanischen Teezeremonie benutzt. Aber auch Nicht-Japaner lieben die einzigartigen Teile der Hagi-Keramik, das Teegeschirr, die Vasen, Sake-Gefäße und Figuren.

Hagi-Keramik ist erkennbar an einer hellen Glasur mit vielen winzigen Rissen, dem so genannten Krakelee-Muster. Die einmalige Farbe und Struktur entsteht durch einen sehr speziellen Ton (den daidō tsuchi) und einem einzigartigen Brennvorgang, bei dem Kiefernholz sowie Holz-und Reisstroh-Asche eine Rolle spielen.

Gemalte Motive finden sich dagegen nur sehr selten. Je älter ein Teeservice aus Hagi-Keramik ist, umso edler sieht es aus. Gerade japanischer Grüntee, der die grüne Farbe weitgehend bewahrt, verfärbt die Glasur zu einem einzigartigen Farbton.
Begründet wurde die Hagi-Keramik wahrscheinlich von zwei koreanischen Brüdern, I Chak-kwang und I Kyung Anfang des 17.Jahrhunderts.

 

Die ersten in Hagi gefertigten Teeschalen waren deshalb auch nur Kopien koreanischer Teeschalen der Joseon-Dynastie.

Erst im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der ganz eigene Stil.

Besonders bekannt ist mittlerweile die Hagi- Kyusu für die die Grüntee-Zubereitung, mit einem sehr praktischem Haltegriff statt eines Henkels. Auch die formschönen Matchaschalen und Teeschalen aus Hagi sind sehr begehrt.