HomeBeiträgeErnährungWie verhinderst du den JoJo-Effekt?

Wie verhinderst du den JoJo-Effekt

Die meisten Menschen wünschen sich einen schönen und gesunden Körper. Das ist einfach die Voraussetzung, um sich rundum wohl zu fühlen.

Schon Teresia von Avila sagte: “Tu Deinem Körper Gutes, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen.“ Leider steht in unserer modernen Welt dieser Wunsch häufig im Widerspruch zur Realität.

Gerade in den Wohlstandsregionen haben viel zu viele Menschen mit Übergewicht zu kämpfen.

Die Folge davon sind häufig Probleme wie Bewegungseinschränkungen, Leistungsdefizite und auch seelische Konflikte.

Die Lösung?

Ein unüberschaubares Angebot an Diäten, um die Pfunde loszuwerden??? Da wird empfohlen Fleisch zu meiden, auf Kohlenhydrate zu vertrauen.

Andere verteufeln die Kohlenhydrate und jubeln Fleisch und Fett hoch usw. Nicht selten führen solche Diäten tatsächlich zum Gewichtsverlust.

Dieser hält jedoch nach dem Abschluss der Diät meist nicht lange an, und das Ausgangskörpergewicht kommt nicht nur zurück, sondern wird häufig sogar überschritten.

Da ist er wieder, dieser böse Jo-Jo-Effekt.

Um dieses Übel zu verstehen, müssen wir einen Blick zurück werfen. Dieser Jo-Jo-Effekt ist genau genommen eher positiv zu bewerten.

Denn er ist eine Überlebensstrategie, die sich im Verlauf der Evolution entwickelt hat und heute noch, wie beim Steinzeitmenschen funktioniert.

Nur leider inzwischen zu unserem Nachteil. Was in der Steinzeit das Überleben gesichert hat, ist heute unser Problem. In unseren Genen sind wir noch so programmiert, dass dann, wenn es unser Körper endlich geschafft hatte Energiereserven für Hungersnöte anzulegen, er diese auch so schnell nicht wieder hergab.

In der Vergangenheit wurden „Diäten“ nicht freiwillig zum Abnehmen eingelegt. Die naturgegebenen Hungerphasen hielten länger, teilweise über mehrere Monate hinweg an.

Hätte der menschliche Körper damals nun sofort auf die „mühevoll“ angelegten Fettreserven zurückgegriffen, wäre das Fortbestehen unserer Spezies in Frage gestellt gewesen.

Um nicht zu verhungern, versucht der Organismus zuerst seinen Energiebedarf zu verringern. Somit kann er länger von seinen Reserven zehren.

Anstatt die Fettpölsterchen zur Energiegewinnung heranzuziehen, baut der Körper zu allem Übel zuerst Muskelmasse ab und senkt damit seinen Energieverbrauch. Weniger Muskeln bedeuten längere Reserven.

Dieses Vorgehen ist sehr intelligent und effektiv, aber für unser Abnehmen überaus störend. Deshalb haben schon viele Diäten zwar zu spürbarem Gewichtsverlust, aber eben in Form von Muskelabbau geführt.

Leider wurde damit der eigentliche Wunsch, gezielt Fett abzubauen, verfehlt. Wenn man im Anschluss an eine solche Diät wieder isst wie vorher, schlägt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt doppelt zu: Infolge des Muskelabbaus hat sich unser Grund (Energie)-Umsatz verringert und wir nehmen oft mehr zu, als wir vorher abgenommen haben.

Hinzu kommt nun ein weiteres Problem, welches es in der Steinzeit noch nicht gab.

Unser übermäßiger Konsum von ungesunden Kohlenhydraten (hoher glykämischer Index), wie Weißbrot, Brötchen, Nudeln, polierter Reis und vor allem die beliebten Süßigkeiten bewirken im Körper einen Teufelskreislauf.

Wenn wir ungesunde „schlechte“ Kohlenhydrate zu uns nehmen, werden diese, da es sich vornehmlich um so genannte „Einfachzucker“ handelt, sehr schnell über die Mundschleimhaut und den Dünndarm resorbiert.

Die Folge ist, dass der Blutzuckerspiegel sehr schnell und sehr hoch ansteigt.

Da ein hoher Zuckergehalt im Blut gefährlich ist, schüttet die Bauchspeicheldrüse große Mengen an Insulin aus, welches eigentlich den Blutzucker zur Verbrennung in die Muskelzellen transportieren soll.

Da wir oft zu viele Kohlenhydrate essen und uns zudem zu wenig bewegen, gelingt es dem Insulin nicht, den Zucker in die bereits übersättigten Muskelzellen zu pressen.

Der einzige Weg, der nun noch bleibt, ist der Transport des Zuckers in die Leber, wo er dann 1:1 in Körperfett umgebaut und auf den Hüften abgelagert wird.

Das überschüssige Insulin senkt auf diese Weise den Blutzuckerspiegel soweit, dass es zu einer Unterzuckerung kommt, was wiederum den Appetit auf Süßes bzw. ein Hungergefühl auslöst.

Die Folge – das ganze Spiel beginnt von vorn. Wie überlisten wir nun unsere Steinzeit-Gene und die Insulinfalle und somit den Jo-Jo-Effekt? Der einzige nachhaltige Weg, der aus diesem Dilemma führt, ist eine bewusste Lebensweise.

Dabei müssen drei Faktoren harmonisch zusammenspielen.

1. mehr Bewegung, jedoch kein Extremsport, sondern möglichst der kluge Einbau von 15 bis 30 Minuten Ausdauer- und Muskeltraining in die Tagesroutine
2. Intelligente Ernährungsweise durch sättigende, bewusste Zufuhr von Nahrungsmitteln mit viel Geschmack und Genuss
3. gezielte Entspannung gegen Stress und Alltagsbelastungen mit einfachen, bewährten Entspannungstechniken

2018-11-23T03:15:38+00:00September 26th, 2018|Categories: Ernährung|